Hannah Müller und Marco Lauderbach feiern die Titel
Hannah Müller (TSC Mainz) und Marco Lauderbach (TSV Schott Mainz) standen bei den Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaften 2012 ganz oben. Für beide Turniersieger war das Gefühl nicht neu.
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Titelverteidigerin Müller jubelte nach der verletzungsbedingten Aufgabe von Laura Sadria (BASF TC Ludwigshafen) beim Stande von 7:5, 2:0 für die Mainzerin zum zweiten Mal über den Erfolg bei den Damen. Für Lauderbach bedeutete der 1:6, 6:4, 10:6-Sieg über Tobias Gass (TC SW Bad Dürkheim) die dritte gewonnene Landesmeisterschaft unterm Hallendach.
Die Titelkämpfe 2012 werden als eine Veranstaltung packender Halbfinals in Erinnerung bleiben. Die Begegnungen der jeweils letzten vier Damen und Herren boten spielerisch und emotional vieles von dem, was Tennisfans begeistert. Die vier topgesetzten Spielerinnen waren souverän in die Halbfinals eingezogen. Allen voran Hannah Müller legte in ihrem Match gegen die an Position eins gesetzte Madeline Bosnjak (BASF TC Ludwigshafen) ihr Meisterstück ab. Dank großer Nervenstärke und viel Einsatz setzte sich die Oberligaspielerin des TSC gegen die Turnierfavoritin durch.
Müller drehte im ersten Satz einen 2:5-Rückstand, glich aus und holte sich diesen Durchgang in einer bissigen Begegnung im Tiebreak. Doch Bosnjak konterte. Die Favoritin, in der deutschen Damenrangliste an Position 87 geführt, machte nun über ihre Vorhand wieder mehr Druck und schnappte sich den zweiten Satz. Der Matchtiebreak war an Dramatik kaum zu überbieten. Insgesamt wehrte Müller vier Matchbälle ab ehe sie kurz drauf den erneuten Finaleinzug bejubelte.
Die verletzungsbedingte Aufgabe von der an Position zwei gesetzten Titelkandidatin Laura Sadria änderte nichts daran, dass Müller sich über den Turniersieg freute. „Ich habe von Runde zu Runde geschaut. Jetzt bin ich zum zweiten Mal Rheinland-Pfalz-Meisterin. Das ist stark.“ Die BASF-Spielerin dagegen war enttäuscht, dass sie dieses Finale vorzeitig beenden musste. „Das war meine erste Aufgabe in meiner Karriere“, gestand Sadria. „Aber ich hatte eine Bauchmuskelzerrung und konnte mich beim Aufschlag nicht mehr strecken.“ Beim Halbfinal-Krimi gegen Vereinskameradin Anne Zehetgruber hatte sich Linkshänderin Sadria noch eindrucksvoll zurückgekämpft. „Aber im Finale zog es Mitte, Ende erster Satz richtig rein. Weiter zu spielen machte keinen Sinn mehr.“
Das dürfte sich auch Marco Lauderbach in seinem Endspiel gegen Überraschungsfinalist Tobias Gass mehr als ein Mal gedacht haben. Der Schott-Spieler machte über weite Strecken den Eindruck, als könne er im Finale nicht mehr dagegenhalten. Nach knapp 20 Minuten war der erste Satz 1:6 weg. Aber der Schott-Mann ließ nicht nach, witterte den Moment als Gass etwas nachließ und schnappte dann zu. Lauderbach mogelte sich durch den zweiten Satz und rettete sich mit 6:4 in den Matchtiebreak. Wo die Routine entschied. Als es drauf ankam unterliefen Finaldebütant Gass vermeidbare Fehler, diese Chance ließ sich der topgesetzte Titelfavorit nicht nehmen. „Ich war nicht verletzt, aber ich war völlig fertig“, gestand Lauderbach nach dem glanzlosen 1:6, 6:4, 10:6-Erfolg. „Aber ich habe immer gelauert und meine Erfahrung ausgespielt.“ Gass, der bis dahin ein famoses Turnier gespielt hatte, gab später zu, dass es in diesem Match nicht leicht gewesen sei die Spannung und Konzentration hoch zu halten. „Als ich die Auslosung gesehen habe, dachte ich, im Viertelfinale ist Schluss“, sagte ein zufriedener Vizemeister. „Marco hat das am Ende routiniert gemacht. Für mich sind die Meisterschaften besser gelaufen als erträumt.“
Dass Lauderbach im Finale lange Zeit auf Sparflamme lief hatte mit dem Marathonmatch am Vormittag zu tun. Sein 6:7, 7:5, 10:8-Erfolg gegen Titelverteidiger Ruben Weber (BASF TC Ludwigshafen) verlangte dem 29-Jährigen alles ab. Die beiden Halbfinalisten lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Nuancen entschieden. Ein vergebener Vorhandvolley im Tiebreak kostete Lauderbach den ersten Satz, die Partie ging mit vielen umkämpften Ballwechseln weiter ehe ein leichter Fehler von Ruben Weber den Satz zugunsten des Routiniers entschied. Matchtiebreak. Lauderbach lief zunächst einem Rückstand hinterher, glich zum 7:7 aus und holte sich dann den Sieg. „Das war ein gutes Spiel, in dem mein Gegner am Limit gespielt hat, vor allem mit seinem Aufschlag“, sagte Lauderbach. „Aber ich war immer präsent und habe auf meine Chance gelauert.“ So wie auch im Finale. „Jetzt bin ich zum dritten Mal Meister. Das ist ein schöner Titel.“




