Benjamin Hassan holt erste Punkte auf der Tour

Die Koblenz Open haben Benjamin Hassan gezeigt, dass er konkurrenzfähig ist, selbst wenn er auf Gegner wie Teymuraz Gabashvili trifft, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang 168 im ATP Ranking rangierte. Das hat in ihm den Entschluss reifen lassen, den harten Weg zum Tennis Profi auf sich zu nehmen.

Foto: Sportsbruder UG

Seit Juli hat er nun fünf Weltranglisten Turniere gespielt. Ein ATP Challenger in Marburg und vier ITF Future in Trier, Kassel, Wetzlar und Karlsruhe.


Unbekümmert und frech ist seine Spielweise, die auf einem Level ab Position 800 der Weltrangliste, aber auch justiert werden muss, damit sie nicht zur brotlosen Kunst verkommt. Denn wo bei Rheinland Meisterschaften ein Stop sein Ziel und viel Beifall findet, steht der Gegner in einem Future schon zur Stelle. So waren die Turniere also auch lehrreich und haben etwas wettkampfhärte gebracht. In Marburg durfte Hassan gegen Artur de Greef antreten (ATP 108), dem er mit 5:7 und 3:6 in einem Match unterlegen war. Ein Match bei dem er zumindest im ersten Satz nahezu ebenbürtig war.

In Trier siegt er über den Argentinier Hernan Casanova (ATP 474) und zeigte sein Kämpferherz bevor er gegen Alexei Vatutin im Viertelfinale den Kürzeren zog. Vatutin gewann übrigens in der Woche darauf sein erstes Challenger.

Ärgerlich verlief das Turnier in Kassel, als er dem Belgier Christopher Heyman (466) eineinhalb Sätze dominierte und doch als Verlierer vom Platz ging. „Das hat mich schon frustriert und gezeigt, dass ich vor allem an der Effektivität meines Aufschlags arbeiten muss, weil ich mir doch zu viele Breaks einhandel“. Das sieht Heiko Hampl ganz ähnlich, der sich Benjamin Hassan angenommen hat und sagt „Benny hat natürlich großes Talent, Spielintelligenz und taktisches Verständnis. Er merkt aber auch, dass er beim Aufschlag, der Physis und der Matchvorbereitung  noch ein großes Potential heben kann und muss, wenn er vorankommen möchte“.

Den Beweis, dass er auf der Future Ebene zu den Besseren gehört, trat er in Karlsruhe an. Zwei enge Siege über Dominik Boehler und Florian Fallert brachten das erste Halbfinale. Wichtige Siege, da die beiden Gegner gesetzt waren und somit keine Laufkundschaft darstellten. Hassan war mit seinen gezeigten Leistungen auch ganz zufrieden „Ich hatte zwar auch Phasen zu Beginn der Matches, die nicht so gut waren, aber ich habe mich gesteigert und dann auch verdient gewonnen. Im Halbfinale kam es zum Derby mit Jan Choinski, der schon mehrere Titel auf der Future Tour gewonnen  hat diese Saison. 1:6 und 2:6 unterlag Hassan, was für Hampl aber keine negative Überraschung ist. „Benny hatte einen gebrauchten Tag und Jan spielt seit Wochen in Höchstform. Durch die Siege hat er sich natürlich auch viel Selbstvertrauen erspielt, das muss sich Benny erst nach und nach erarbeiten, aber ich bin mir sicher, dass wir alle noch viel Spaß an ihm haben werden, wenn er weiter konsequent an seinen Schwächen arbeitet“.