Deutsche Jugendmeisterschaften: Drei Podestplätze für TVRP-Talente

Martina Markov und Charlotte Keitel erreichen in Ludwigshafen die Einzel-Halbfinals, Claudius Amon wird DM-Zweiter im Doppel.

Überraschten bei den DJM 2018: Die Ingelheimerin Martina Markov (links, Foto Daniel Schulz/DTB) und Charlotte Keitel (Foto TVRP) aus Ludwigshafen freuten sich über den dritten Platz in ihren Altersklassen.

Überraschende Freude: Die Talente des Tennisverbandes Rheinland (TVRP) kamen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2018 (DJM) in Ludwigshafen drei Mal aufs Treppchen. Es waren die jüngeren Spieler/Innen, die vorne mitmischten. Martina Markov (TC Boehringer Ingelheim) bei den U14-Juniorinnen und Charlotte Keitel (BASF TC Ludwigshafen) in der U13 spielten sich mit starken Leistungen ungesetzt jeweils bis ins Halbfinale und wurden DM-Dritte. Claudius Amon freute sich zusammen mit seinem Partner Yannik Kelm (BTV) über den Vizetitel im Doppel der U13-Jungs. 

Sie waren ungesetzt gestartet und machten die DJM 2018 in ihrer jeweiligen Altersklasse zu ihren Meisterschaften: Martina Markov und Charlotte Keitel. Beide holten das Maximum für sich heraus, beide glänzten mit starken Auftritten, beide setzten sich gegen Favoritinnen durch und beide mussten sich in ihren Halbfinals starken Gegnerinnen geschlagen geben – Markov unterlag der späteren Deutschen Meisterin Joëlle Steur (WTV 0:6, 2:6). Keitel verlor gegen Ella Seidel (HAM) 1:6, 2:6. „Diese zwei Halbfinalteilnahmen waren sehr erfreulich“, sagte TVRP-Jugendwartin Martina Riedle. „Überhaupt waren die insgesamt drei Podestplatzierungen für Rheinland-Pfalz eine gute Sache.“

Martina Markov zeigte sich in Ludwigshafen von Beginn an in guter Form und bereit für einen Coup. Die ersten beiden Runden in der U14-Konkurrenz gingen klar an die junge Spielerin des TC Boehringer Ingelheim. Im Viertelfinale bekam Markov es mit der an Position drei gesetzten Ester Katerina Pataki (HAM) zu tun. Das Match war durchweg eng, die größte Leistung der TVRP-Nachwuchsspielerin war es, dass sie nach einem sehr knapp verlorenem zweiten Satz konzentriert und konsequent dran blieb und die Partie wieder zu ihren Gunsten zum 6:3, 5:7, 6:3-Erfolg drehte. Im Halbfinale gegen die spätere Turniersiegerin war dann nicht mehr drin. Markov unterlag der Nummer fünf im Tableau, Joëlle Steur, in zwei klaren Sätzen. Was der Freude über Platz drei aber keinen Dämpfer versetzt haben dürfte. 

Ähnlich ging es Charlotte Keitel bei den U13-Mädchen. Mit dem Unterschied, dass die junge BASF-Spielerin schon in ihren ersten Runden harte Aufgaben zu lösen hatte. Beide Matches waren eng, es sprach für Keitels Nervenstärke, dass sie sich jeweils in zwei Sätzen durchsetzte. Das Viertelfinale gegen Ada Gergec (TNB), eine Partie mit Höhen und Tiefen, meisterte die Rheinland-Pfälzerin mit Bravour. Nachdem sie im dritten Satz schon hoch geführt hatte, die an drei gesetzte Favoritin aber wieder auf 4:5 herankam, behielt Keitel im Linkshänder-Duell die Nerven und machte mit ihrem vierten Matchball zum 6:3, 0:6, 6:4 die Überraschung perfekt. „Charlotte kannte ihre Gegnerin und wusste um deren Stärken“, berichtete Riedle. „Aber sie hat keinen Respekt gezeigt, ist selbstbewusst reingegangen und hat im richtigen Moment den richtigen Ball gespielt. Das spricht für ihre mentale Stärke.“ Da war es auch zu verschmerzen, dass für Keitel gegen Ella Seidl im Halbfinale nichts mehr zu machen war. Die Freude über das gute Abschneiden blieb.

Sehr zufrieden durfte auch Claudius Amon mit seinen Deutschen Jugendmeisterschaften sein. Das Talent das Talent des BASF TC Ludwigshafen hatte verletzungsbedingt rund zweieinhalb Monate pausieren müssen. „Nach der langen Zeit fehlt in den Matches ein wenig die Routine“, so Riedle. „Aber mit der Vorgeschichte hat Claudius das toll gemacht.“ Im Einzelwettbewerb der U13-Jungs musste Amon, die Nummer sieben der Setzliste, sich im Viertelfinale dem späteren Deutschen Meister Georg Eduard Israelan (SLH) 7:6, 2:6 geschlagen geben.  Im Doppel ging es zusammen mit seinem Partner Yannik Kelm (BTV) bis ins Endspiel. Im Kampf um den Titel unterlagen die an Position zwei gesetzten Amon/Kelm der topgesetzten Paarung Marc Majdandzic (WTV)/Bon Lou Karstens (SLH) 4:6, 3:6. Riedle: „Claudius hat in beiden Konkurrenzen seine Setzung bestätigt.“  

Für die beiden U16-Starter Mika Lipp (TSC Mainz) und Dana Heimen (TC Ludwigshafen-Oppau) waren die Jugendmeisterschaften jeweils nach der ersten Runde beendet. Heimen scheiterte an Marisa Schmidt (BAD) 3:6, 2:6. Lipp, Vorjahresvizemeister in der U14 und jetzt in Ludwigshafen die Nummer fünf im Feld, musste sich gleich zum Auftakt dem starken Benito Jaron Sanchez Martinez (TVBB) 6:2, 2:6, 0:6 geschlagen geben. Auch für Elias Peter (BASF TC Ludwigshafen, U16) sowie Flynn-Tjark Baumert (Andernacher TC) und Daniel Kirchner (TSC Mainz) in der U13 sowie Mara Porcos (TC BW Bad Ems, U13) verloren jeweils ihr Auftaktmatch.

Die Verantwortlichen des Deutschen Tennisbundes zogen ein durchweg positives Fazit. Insgesamt ackerten und schwitzten 192 Talente - 96 Mädchen und genauso viele Jungen - auf den Sandplätzen des BASF TC Ludwigshafen bei der 24. Auflage der Deutschen Jugendmeisterschaften im Kampf um die Titel in den Altersklassen U16, U14 und U13. Die fünf Turniertage waren geprägt von spannenden Spielen und hochklassigen Ballwechseln, Ehrgeiz, Jubel und Tränen. „Wir haben hervorragende Matches verfolgen dürfen, die Kids haben beeindruckendes Tennis geboten. Viele Partien waren eng umkämpft, verbunden mit vielen Emotionen“, sagte Dr. Eva-Maria Schneider, DTB-Vizepräsidentin für Jugendsport. „Ich bin gespannt, wie unsere Jungs und Mädchen die Form aus Ludwigshafen in den Rest der Saison transportieren und bei den Sommercups im internationalen Vergleich abschneiden werden“, so Dr. Schneider weiter. Sie ergänzte: „Unser Dank gilt wieder einmal dem BASF TC Ludwigshafen, seinem Vorsitzenden Frank Stauder und dem Organisationsteam, die alle einen großen Anteil daran hatten, dass wir auf dieser schönen Tennisanlage tolle Tage erleben durften.“

Alle Ergebnisse zu den DJM 2018 finden Sie HIER.