Orange Bowl: Sinja Kraus erreicht das Achtelfinale

Außergewöhnlicher Jahresabschluss für Sinja Kraus: Die 14-jährige Spielerin des TSC Mainz beendete ihr Tennisjahr 2016 beim prestigeträchtigen Orange Bowl in den USA. Kraus war in Miami/Florida für den österreichischen Tennisverband am Start, im Wettbewerb der U14-Juniorinnen erreichte sie das Achtelfinale.

Unter den besten 16: Erfolgreicher Auftritt für Sinja Kraus (TSC Mainz) beim prestigeträchtigen Orange Bowl in den USA. Foto: TVRP

In der Runde der letzten 16 musste sich die Mainzer Regionalligaspielerin aus dem Tennisverband Rheinland-Pfalz bei diesem angesehenen Nachwuchsturnier der Kanadierin Jada Bui 4:6, 3:6 geschlagen geben. Der Orange Bowl gilt in der Tennisszene als die inoffizielle Jugend-WM.

„Für Sinja war es eine tolle Sache, erstmals bei so einem großen Turnier dabei zu sein“, betonte TSC-Trainer Babak Momeni. „Und sie hat gezeigt, dass sie zu den Besten in Europa zählt.“ In Miami kämpften 128 Spielerinnen aus der ganzen Welt im Hauptfeld um ein gutes Abschneiden bei den U14-Mädchen. Für Sinja Kraus war der Orange Bowl das größte und international bedeutendste Turnier ihrer bisherigen Karriere. Spannend, aufregend, herausfordernd – und mit der Achtelfinale-Teilnahme  bei ihrer Premiere auf der großen Tennisbühne durchaus erfolgreich. Auch wenn die 14-Jährige das selbst anders sah.

„Sinja war das ganze Turnier über unzufrieden und frustriert, berichtete Momeni. Die Ergebnisse stimmten, die Leistung aber nicht. „Sie kam nie richtig rein in das Turnier.“ Die junge TSC-Spielerin machte mehr leichte Fehler als gewohnt, die sonst so ausgeprägte Stabilität fehlte. Auch im Match gegen Jada Bui. Zwei Mal schon hatte Kraus die Kanadierin zuvor besiegt, diesmal war sie unterlegen und hatte später das Gefühl, eine große Chance verpasst zu haben.

Babak Momeni war da deutlich entspannter. Der Coach stufte den Auftritt durchaus als erfolgreich ein. „Sinja ist nicht als Favoritin nach Florida gereist, trotzdem hat sie dort gute Ergebnisse erspielt.“ Wie beispielsweise den 4:6, 6:6, 6:3-Erfolg in der dritten Runde über die an Position neun gesetzte Polina Shitikova aus Russland. Auch die Resultate in den Runden zuvor gegen Charlotte Chavatipon (USA, 6:3, 7:5) und Evie Wei (Taiwan, 6:3, 6:3) gingen in Ordnung.

Zufrieden mit ihrer Leistung war Kraus aber schon da nicht. Momeni: „Sinja hat sich – wie sie meinte - durchgewurschtelt.“ Gut möglich, dass die Matchpraxis auf dem ungewohnten Hartplatz etwas fehlte, weil das geplante Vorbereitungsturnier zuvor aufgrund starker Regenfälle nicht hatte perfekt über die Bühne gehen können. Für Frust war laut Trainer trotzdem kein Platz. „Ich finde es sensationell, dass Sinja beim Orange Bowl dabei war“, so Momeni. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele der Teilnehmerinnen aus Akademien kommen und bereits fast wie Profis unterwegs sind während Sinja ganz normal zur Schule geht.“

Die 14-jährige TSC-Spielerin hatte sich über den ÖTV für den Orange Bowl qualifiziert. Nach dem Gewinn des österreichischen Junior Circuit war Sinja Kraus für das Nachwuchsturnier in den USA nominiert worden. Zusammen mit ÖTV-Betreuer Franz Kresnik, zwei Junioren und einer jüngeren Spielerin war Kraus zwei Wochen in Florida. Für ihren außergewöhnlichen Jahresabschluss.