Zurück in der Erstklassigkeit – Die BASF-Damen feiern

Aufstiegsfinale mit Happy-End: Die Tennisspielerinnen des BASF TC Ludwigshafen bejubeln den Meistertitel in der Zweiten Bundesliga Süd und damit den Sprung in die Erstklassigkeit. Das BASF-Team um Coach Steffen Neutert setzte sich am letzten Spieltag im Duell der zwei direkten Konkurrenten um den Aufstieg beim TC Großhesselohe 7:2 durch.

Jubel bei den Ludwigshafener Tennisdamen: Die Mannschaft um BASF-Coach Steffen Neutert (ganz links) feiert den Zweitliga-Titel und den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Fotos: BASF TC

Beide Teams führten zuvor mit jeweils einer Niederlage punktgleich die Tabelle an. In einer spannenden Saison machten die Ludwigshafenerinnen mit diesem Erfolg in München die Rückkehr in die Erste Damen-Bundesliga perfekt. Zuletzt servierte ein BASF-Team 2013 in der höchsten deutschen Spielklasse.

Die einzelnen Ergebnisse beim Saisonfinale lesen sich relativ klar. Trotzdem berichtete Steffen Neutert von der Nervosität, die seine Spielerinnen beim TC Großhesselohe mit auf die Plätze nahmen. „Die Mädels wussten, um was es geht. Sie waren zunächst extrem nervös und haben unnötig gehadert“, so der BASF-Trainer. Zumal die gegnerische Aufstellung darauf schließen ließ, dass die Gastgeberinnen nicht unbedingt in die Erste Liga hoch wollten und damit die Favoritenrolle ganz klar an die Ludwigshafenerinnen ging. Der TC Großhesselohe spielte ohne vier ihrer zuvor auf den vorderen Positionen zum Einsatz gekommenen Top-Spielerinnen. Neutert dagegen war in München in bestmöglicher Besetzung angetreten. Verzichten mussten die BASF-Mädels bei ihrem Meisterprojekt auf Katharina Hobgarski, die zeitgleich in der Quali des WTA-Turniers im niederländischen S’Hertogenbosch servierte. „Aber wir wollten unser Konzept halten und sind daher wie in der gesamten Saison mit maximal drei Ausländerinnen spielen.“

Mit der Rumänin Andreea-Christina Mitu im Spitzenspiel und Alice Balducci aus Italien gaben zwei Spielerinnen – die eine klar, die andere im Matchtiebreak – ihre Partien ab. Alle anderen Einzel gingen in zwei Sätzen an die Gäste aus Ludwigshafen. „Für einen kurzen Moment drohte ein 3:3, aber als es 4:2 für uns stand, gab es nur noch wenig Zweifel an einem Sieg“, sagte Neutert. Zu stark sei seine Mannschaft in der gesamten Saison in den Doppeln gewesen. So auch beim TC Großhesselohe – alle Doppel gingen glatt an die Favoriten. Erleichterung und Freude machten sich breit. Mit Magnumflasche und Sektdusche feierten die Damen des BASF TC Ludwigshafen Zweitliga-Meistertitel und Erstliga-Aufstieg. Neutert: „Von uns allen ist eine Last abgefallen und wir haben noch eine Stunde in München gemeinsam gefeiert, ehe die Ersten zum Flughafen mussten.“

Begonnen hatte diese Medenrunde für die Ludwigshafener Tennisdamen alles andere als optimal. Zum Saisonauftakt kassierte der Titelkandidat zu Hause eine denkbar knappe 4:5-Niederlage (das entscheidende Doppel ging 5:7, 7:6, 16:18 verloren) gegen TC Olympia Lorsch. Verrückt machen ließen sich Team und Trainer davon aber nicht. Die BASF-Mannschaft glaubte an die eigene Stärke und an die sich bietenden Chancen. „Die Erfahrung hat gelehrt, dass viele Vereine sich in den ersten Spielen absichern wollen und später plötzlich jeder jeden schlagen kann“, erklärte Neutert. Genau so sei es auch in dieser Saison gelaufen. Die Ludwigshafenerinnen holten nach ihrer Auftaktniederlage durchweg klare Siege – und stehen nun ganz oben.

Dieser Titel sei vor Saisonbeginn kein absolutes Muss gewesen, ein möglicher Aufstieg habe aber nach zuletzt zwei zweiten Plätzen in dieser Liga durchaus die Richtung vorgegeben. „2015 haben wir darauf verzichtet, per Losverfahren aufzusteigen, weil wir zu wenig deutsche Mädels hatten“, so Neutert. „Aber jetzt ist es sinnvoll, den Start in der Ersten Liga zu probieren.“ Mit Julia Wachaczyk, Nora Niedmers, Natalia Siedliska sowie Katharina Hobgarski und Selina Dal kamen fünf deutsche Spielerinnen in der abgelaufenen Saison zum Einsatz, die ersten drei gehörten zum Kern der Mannschaft. Und waren wie der Coach betonte neben spielerischer Ausgeglichenheit und gutem Teamgeist ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Saison. „Nach einem holperigen Start der deutschen Mädels haben sie später oft die entscheidenden Punkte geholt“, sagte Neutert. „Julia, Nora und Natalia haben hinten raus alles gewonnen.“ 

Die Herausforderungen rund um das deutsche Meisterteam Eckert Tennis Team Regensburg in der Ersten Bundesliga werden in der Saison 2018 nun ganz andere sein. Ihrem Konzept wollen die Verantwortlichen in Ludwigshafen aber treu bleiben. „Wir werden den Kader nicht grundlegend verändern, sondern nur gezielt verstärken“, so Neutert. Die Identifikation der Mannschaft mit dem Verein und umgekehrt bilde die Grundlage. Mittlerweile haben die deutschen Spielerinnen teilweise ihren Lebensmittelpunkt nach Ludwigshafen verlegt und trainieren regelmäßig auf der Anlage. „Wir bieten den Mädels einen Leistungsstützpunkt und so entsteht eine ganz andere Bindung.“

Für den BASF TC Ludwigshafen spielten in der Meistersaison der Zweiten Bundesliga Süd 2017 Alla Kudryavtseva (RUS, WTA-216), Tadeja Majeric (SLO, WTA-256), Andreea Mitu (ROU, WTA-336), Katharina Hobgarski (WTA-266), Julia Wachaczyk (WTA-366), Ysaline Bonaventure (BEL, WTA-385), Alice Balducci (ITA), Nora Niedmers, Selina Dal und Natalia Siedliska.

Alle Ergebnisse zur Zweiten Damen Bundesliga Süd 2017 gibt es HIER.