Die Verbandsgründung

Die Verbandsgründung im Jahre (1949) und die Mitgliedschaft des Saarländischen Tennisbundes (1956-1984)

Aufgrund der geschilderten Umstände war bald klar, daß die weitgehend auf sich allein gestellten Vereine eine übergeordnete Verbandsorganisation bedurften. Am 28.07.1947 berief Kurt Sains (Vallendar) mit Genehmigung der Militärregierung die Gründungsversammlung des Tennisverbandes Rheinland in "ein Koblenzer Hotel." Angeschlossen waren 17 Vereine mit 720 Mitgliedern.41 Nach Jahresablauf hatten sich in der Pfalz zwölf Vereine zu einem Verband zusammengeschlossen.42 Während die saarländischen Tennisvereine sich vorläufig noch dem autonomen Landesverband anschlossen,43 plante der Kreuznacher Otto Zimmer in zwei Vorbesprechungen Anfang 1949 (am 22.01. im Binger Hotel "Goldener Kochlöffel" und am 17.4.1949 im Hotel Fessner, Kreuznach) die Gründung des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz. Als eigentlicher Verbandsgründer trat dann der Neustädter Rechtsanwalt und Tennisclubvorsitzende Dr. Walter Braun (1898-1977) in den Vordergrund, weil er offenbar die besten Verbindungen zur Militärregierungen hatte. Braun nämlich erwirkte die Genehmigung für die Gründungsversammlung des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz e.V., die am 19.03.1949 in dem Mainzer Hotel Continenal stattfand, in deren Anschluß der 7. Juni 1949 als "offizieller Geburtstag" in die Verbandsgeschichte einging.44 Das Protokoll dieser Versammlung nennt folgende Mitglieder:

- Braun, Dr., Rechtsanwalt aus Neustadt, Markusburgstraße. 12, Vorsitzender,
- Sains, Kurt, Kaufmann aus Vallendar am Rhein, Meerstraße 71, Stellvertreter
- Haarer, Dr. Erich, Chemiker aus Ludwigshafen, Leuchnerstraße 23, Stellvertreter und

als Mitglieder im Arbeitsausschuß:- Klotz, Karl, Kaufmann, Kaiserslautern, Lauterstraße 2a,- Bender, Josef, Mainz, Eichelsteinstraße 1,- Zimmer, Otto, Bad-Kreuznach, Hochstraße 13-15 und- Heuchemer, Karl-Heinz, Bad Ems, Wilhelms-Allee 55.An ersten Maßnahmen wurden "die Verteilung der Ballzuteilung für die kommende Saison vorgenommen und beschlossen, von den zur Verfügung stehenden 270 Dutzend Bällen 250 sofort an die Clubs zu verteilen und 20 Dutzend zur Verfügung des Verbandes zu halten. Es wurde ferner beschlossen, daß sich Rheinland-Pfalz dieses Jahr erstmalig an dem großen Länder-Medenspielen beteiligen wird...Zwecks Aufstellung einer Medenmannschaft finden Vorspiele am 24.4. in Ludwigshafen und am 1.5. in Mainz statt. Auf Grund der Ergebnisse wird der Ausschuss in Mainz am 1.5.49 die endgültige Mannschaftsaufstellung vornehmen. Die grossen Medenspiele werden am 18. und 19.6. in Koblenz und Ludwigshafen durchgeführt und findet am 9. und 10.07. die Endrunde der A-Klasse statt. Die Medenrunde der B-Klasse soll aus verkehrstechnischen Gründen möglichst innerhalb der Bezirke ausgetragen werden...Herr Weber (Mainz) wurde beauftragt, den Antrag auf Genehmigung des Fachverbandes, sowie die Satzungen bei der zuständigen Dienststelle in Mainz einzureichen, da dort der Sitz des Verbandes sein soll. "45Der Jahresbeitrag wurde auf 1,50 DM festgesetzt, wovon 0,50 DM "als Abgabe an den DTB" flossen.Obwohl der Beitritt des 1948 unter dem Vorsitz von Alfred Jensen (1. Vorsitzender bis 1969) gegründeten Saarländischen Tennisbundes erst 1956 nach der Rückgliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik erfolgte, deuten die während der Saarautonomie bestehenden Spielkontakte mit den benachbarten rheinland-pfälzischen Vereinen auf frühere Beitrittsbestrebungen hin.46 Ungesicherte Quellen konstatieren bereits 1953 einen inoffiziellen Anschluß des saarländischen Tennisbundes, also noch während der Autonomie des Saarlandes.47 Offenbar standen die frühen Assoziationsbemühungen mit dem deutschen Nachbarverband in einem Zusammenhang mit den ebenso früh aufgetretenen Lösungsbestrebungen der übrigen saarländischen Fachverbände.48 Die Mitgliedschaft des Saarländischen Tennisbundes in Tennisverband Rheinland-Pfalz-Saar endete aufgrund der gemeinsamen Entschließung vom 2. Januar 1985 (Mainz), woraufhin sein Beitritt in den DTB am 9. Februar 1985 erfolgte. Die heftig diskutierte, letztlich aber überwältigende Stimmenmehrheit "für zwei selbständige Verbände" sollte den bisherigen Bündnispartnern eine bessere Förderung durch die Zuschüsse aus den Landesmitteln eröffnen. Für die Zukunft wünschte der saarländische Vorsitzende Dr. Helmut Steigleiter jedoch ausdrücklich "die Fortführung der guten Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Verbänden im Gesamtinteresse eine Weiterentwicklung des Tennissports.49 Zum besagten Zeitpunkt setzte sich der Vorstand des seitdem unter dem Namen Tennisverband Rheinland-Pfalz geführten Verbandes wie folgt zusammen:Präsidium:- Karl Schmidt (Klein-Winternheim), Präsident,- Prof. Dr. Max Munz (Mainz), Vizepräsident,- Dr. Norbert Zink (Kaiserslautern), Vizepräsident,- Helm Wankelmuth (Koblenz), Vizepräsident und Referent für Öffentlichkeitsarbeit,- Uwe Birkholz (Königstein), Schatzmeister, - Hans Kneisel (Frankenthal), Sportwart,- Lothar Schrögel (Bad Kreuznach), Jugendwart,Referenten:Eberhard Holschbach (Wissen), Referent für Schultennis (seit 1991 Präsident des Landesverbandes),Eugen Steidel (Haßloch), Referent für Lehr- und Ausbildungswesen,Prof. Dr. Dieter Krause (Mainz), Referent für Senioren,Gerd Kappus (Speyer), Referent für Regelkunde.Anne Gerendas (Neustadt) Beauftragte für LeistungssportErster hauptamtlicher Geschäftsführer wurde Hermann Thielmann.Abb. 23    Das Präsidium des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz nach der Trennung des Saarländischen Tennisbundes 1984: v.l.: Sportwart Hans Kneisel, Jugendwart Lothar Schrögel, Vizepräsident Dr. Norbert Zink, Präsident Karl Schmidt, Schatzmeister Uwe Birkholz sowie die beiden Vizepräsidenten Helm Wankelmuth und Prof. Max Munz.(Die nachfolgenden Präsidien und ihre Mitglieder sind in der Dokumentation Nr. 7 im Anhang aufgeführt. Gleichzeitig ist in der Dokumentation Nr. 6 ein Interview von Karl Schmidt zur Situation der Trennung des Saarländischen Tennisbundes vom Tennisverband Rheinland-Pfalz abgedruckt.)