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Intensivere Talentbetreuung: DTB stellt neues Förderkonzept vor

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat ein neues Förderkonzept verabschiedet. Künftig wird der deutsche Nachwuchs intensiver und effizienter betreut. Junge Talente sollen früher erfasst und bereits im Alter von 12 bis 14 Jahren an den Verband herangeführt werden. Zudem werden die Trainingsbedingungen sämtlicher Kaderspieler optimiert, indem diese ab sofort von einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Bundestrainern des DTB profitieren.

„Wir haben eine zukunftsorientierte Struktur geschaffen, die das deutsche Tennis langfristig stärken wird. Wenn man die Grand Slam-Nationen, die für uns finanziell unerreichbar sind, außer Acht lässt, befinden wir uns im internationalen Vergleich durch diese neue Ausrichtung nun auf Augenhöhe mit erfolgreichen Ländern wie Kanada oder Italien", sagt der für den Leistungssport zuständige DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff.

 

Ein wichtiger Bestandteil des neuen Förderkonzeptes ist die Stärkung und der Ausbau der DTB-Bundesstützpunkte. An allen vier Standorten leitet ein DTB-Bundestrainer die Arbeit mit den Kaderathleten: Barbara Rittner in Stuttgart, Michael Kohlmann in Oberhaching, Dirk Dier in Kamen und Peter Pfannkoch in Hannover. Darüber hinaus ist es dem DTB gelungen, mit Dier sowie den ehemaligen deutschen Spitzenspielern Jasmin Wöhr, Björn Phau und dem erfolgreichen Tour-Coach Jan Velthuis, der unter anderem viele Jahre Philipp Petzschner, Julian Reister und den Österreicher Jürgen Melzer betreute, vier neue Vollzeit-Trainer zu verpflichten. Sie kümmern sich an den Bundesstützpunkten in der Regel gezielt um feste Gruppen junger Top-Talente.

 

„Wir wollen dem Nachwuchs durch eindeutige Zuordnungen zu einzelnen Coaches den Übergang vom Junioren- in den Profibereich erleichtern und unsere stärksten Talente so gezielter an die große Tour heranführen", sagt DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard.

 

Ebenfalls zum Team der neuen DTB-Trainer gehört Claudia Kohde-Kilsch. Die ehemalige Fed Cup-Siegerin und Weltranglisten-Vierte wird sich auf Honorarbasis um die Nachwuchsförderung in den fünf ostdeutschen Verbänden kümmern. „Wir sind hocherfreut, dass wir mit Claudia Kohde-Kilsch eine frühere Weltklasse-Spielerin in die Arbeit des Verbandes integrieren können. Mit ihrer Expertise wird sie helfen, die Strukturen der Talentförderung in den Ostverbänden zu professionalisieren", sagt Hordorff.

 

Auch Fed Cup-Teamchefin und Bundestrainerin Barbara Rittner ist überzeugt, dass sich die veränderten Strukturen durch sportliche Erfolge auszahlen werden. „Mit dem neuen Förderkonzept machen wir einen Riesenschritt nach vorne. Durch individuellere Arbeit mit den Junioren können wir die besten Kids künftig noch systematischer betreuen", sagt Rittner.

 

Das neue Förderkonzept wurde von den Leistungssport-Verantwortlichen im DTB erstellt und mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) abgestimmt. Die finanziellen Mittel für die Umsetzung sollen sowohl durch den DTB als auch über öffentliche Mittel des Bundesministeriums (BMI) bereitgestellt werden. Erstmals in seiner Geschichte wurde der DTB zu Beginn des Jahres als förderungswürdig erklärt. Die Basis zur Umsetzung dieses Konzeptes legte der Bundesausschuss, der in der Jahreshauptversammlung des Deutschen Tennis Bundes im November 2016 seinen Teil der finanziellen Mittel bewilligte.

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