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MAINZ OPEN erneut ein voller Erfolg
Drei Turniertage, sechs Titel, rund 200 Gäste bei der Grillparty und rund 2.000 Euro für den guten Zweck: Die elfte Auflage der mattes.MAINZ OPEN zeigte, warum die Veranstaltung im deutschen Turnierkalender eine Sonderstellung einnimmt.
Als am Sonntagnachmittag die letzten Pokale überreicht waren, lag ein Wochenende hinter dem TSC Mainz, das dem Verein einiges abverlangt und ihn zugleich ein gutes Stück weitergebracht hat. Vom 21. bis 23. August wurde am Ebersheimer Weg zum elften Mal um die Titel der mattes.MAINZ OPEN gespielt: sechs Konkurrenzen, ein Teilnehmerfeld, das sich vor manch größerem Turnier nicht verstecken muss, und Zuschauer, die an allen drei Tagen den Weg auf die Anlage fanden.
„Wir hatten ein tolles Turnier mit tollen Spielen“, zieht Urs Kern, Vorsitzender des TSC Mainz, Bilanz. Der eingeschlagene Weg habe sich bestätigt: Seit dem Vorjahr sind Damen- und Herrenkonkurrenz gleichermaßen als A2-Turniere ausgeschrieben – eine der höchsten Leistungsklassen im deutschen Tennis. „Und bei den Jugendlichen hat die Aufstockung zum J2-Turnier einen ungeheuren Leistungssprung mit sich gebracht.“
Getragen wird die Veranstaltung von Hans Beth. Der Vizepräsident des TSC Mainz verantwortet als Turnierdirektor Spielbetrieb, Rahmenprogramm und Siegerehrungen und beschreibt den Anspruch so: „Ein Turnier lebt nicht von der Ergebnisliste. Wer bei uns spielt, soll sich auch in zehn Jahren noch an dieses Wochenende erinnern – an sein Tennis genauso wie an den Abend danach. Genau dafür steckt in jedem einzelnen Turniertag ein Vielfaches an ehrenamtlicher Arbeit.“
Ein Prädikat, das sich nicht beantragen lässt
Welches Gewicht diese Einstufung hat, machte Jan Hanelt bei der Grillparty am Samstagabend deutlich. Der Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes, zugleich Präsident des Tennisverbandes Rheinhessen, würdigte in seinem Grußwort die herausragende Stellung der mattes.MAINZ OPEN im nationalen Turnierkalender. Vor allem die Verbindung der Erwachsenenkonkurrenzen mit den Jugendkategorien sei in dieser Form einmalig. Und er verwies auf einen Punkt, der im Verein für Stolz sorgt: Die DTB-Kategorie J2 lässt sich nicht beantragen – sie wird vergeben. Wer sie erhält, hat sie sich über Jahre erarbeitet. Für den TSC Mainz ist das eine Anerkennung, die schwerer wiegt als jede Urkunde.
Ein Grußwort an die Gäste richtete an diesem Abend auch der Schirmherr des Turniers: Michael Ebling, Staatsminister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima des Landes Rheinland-Pfalz, begleitet die mattes.MAINZ OPEN seit Jahren – eine Rückendeckung, die dem Verein weit über das Turnierwochenende hinaus hilft.
Bei den Damen führt kein Weg an der Setzlistenersten vorbei
Lorena Schädel vom BASF TC Ludwigshafen reiste als Nummer eins der Setzliste und als Nummer 32 der deutschen Rangliste an – und verließ Mainz erstmals als Siegerin. Ein Selbstläufer war das nicht. Im Viertelfinale brauchte die 25-Jährige gegen Alice Violet (DTB-56) drei Sätze und einen Match-Tiebreak (7:5, 2:6, 10:9). Im Halbfinale gegen Sarah Gronert stand es nach gewonnenem ersten Satz im zweiten Durchgang 6:6, ehe die Gegnerin wegen anhaltender Rückenbeschwerden aufgeben musste. Das Endspiel gegen Hanna Resch (Aschheim, DTB-79) entschied Schädel dann mit 6:1, 6:2 für sich.
„Durchgebissen“ habe sie sich, sagte die Siegerin danach – ein Wort, das gut zu einer Woche passt, in der sie ihr Lehramtsstudium in Sport und Geografie im Hinterkopf und die Gronau Open bereits vor Augen hatte. Ihre Finalgegnerin wiederum hatte das eigene Ziel übertroffen: Vor drei Jahren war Resch in Mainz früh ausgeschieden, im Vorjahr bis ins Halbfinale gekommen – und stand nun im Endspiel. Im Januar wechselt die 19-Jährige mit einem Sportstipendium ins College-Tennis in die USA.
Beide sparten bei der Siegerehrung nicht mit Lob für die Organisation. Sätze wie „Das Menschliche steht hier im Vordergrund“ oder „Man fühlt sich hier einfach wohl“ hört ein Ausrichter gern – zumal sie genau das beschreiben, worum sich der TSC seit elf Jahren bemüht.
Sobbe belohnt sich im fünften Anlauf
Bei den Herren ging der Titel an Luca Matteo Sobbe vom TC Steinhorst. Der 24-Jährige, der in Dortmund lebt, war zum fünften Mal in Mainz am Start. „Schon deshalb sei ihm der Titel von Herzen gegönnt“, sagte Kern. An Position sieben gesetzt, kam Sobbe mit einer Reihe erfolgreicher Wochen an den Ebersheimer Weg: „Ich habe meinen Rhythmus gefunden, und das gibt mir viel Selbstbewusstsein.“
Im Halbfinale traf er auf den Turnierfavoriten Lilian Marmousez, in der ATP-Rangliste unter den besten 300 geführt. Beim Stand von 3:6, 5:2 aus Sobbes Sicht war ein dritter Satz zum Greifen nah, dann beendete der Franzose die sehenswerte Partie wegen Beschwerden im Schlagarm. Auch das Endspiel gegen Lieven Mietusch (DTB-78) fand kein reguläres Ende: Beim 6:3, 1:0 für Sobbe bekam der 18-jährige Mainz-Debütant eine Blockade im unteren Rücken auch in einer medizinischen Auszeit nicht gelöst. Unzufrieden verließ Mietusch die Anlage dennoch nicht – seine Turnierbilanz stimmte, und der nächste Schritt in der Weltrangliste ist sein erklärtes Ziel für dieses Jahr. Für Sobbe war es der erste Titel bei einem A2-Turnier; inzwischen wird er auf Rang 48 der deutschen Rangliste geführt.
Der Gastgeber stellt eine Siegerin – und einen Halbfinalisten
Der schönste Moment aus Mainzer Sicht spielte sich in der weiblichen U14 ab: Dahlia Jurick setzte sich im Endspiel mit 6:3, 6:2 gegen Pamina Michalski aus Mannheim durch und gewann damit auf der eigenen Anlage. „Aus unserer Sicht war natürlich Dahlias Sieg bei den Mädchen besonders erfreulich“, sagte Kern. Bei der Tombola hatte das TSC-Talent anschließend ein zweites Mal die Hand im Glück und zog eine Reise in den tunesischen Club ROBINSON Djerba Bahiya.
Bei den Jungen der U14 kam Luis Herding bis ins Halbfinale, wo gegen den späteren Turniersieger Sebastian Scherer vom Osburger TC beim 2:6, 2:6 wenig zu holen war. Sehenswert war die Runde davor: Gegen Julius Lojet aus Frankenthal lag Herding zu Beginn einer längeren Regenpause 6:4, 6:7, 7:8 zurück – nach der Unterbrechung holte er die verbleibenden Punkte und das Match. Dass mit Scherer, im Frühjahr Dritter der Deutschen U13-Meisterschaften, ein Spieler dieses Kalibers überhaupt im Feld stand, ist eine unmittelbare Folge der J2-Einstufung – Talente dieser Güteklasse hatte das Turnier in den Vorjahren nicht angezogen. „Was die Jungen und Mädchen hier zeigen, hat mit dem Jugendtennis von vor fünf Jahren nicht mehr viel zu tun“, sagt Turnierdirektor Beth. „Auf den Nebenplätzen liefen Matches, die manchem Erwachsenenfeld gut zu Gesicht gestanden hätten.“
Die Titelträgerinnen und Titelträger 2026
- Damen: Lorena Schädel (BASF TC Ludwigshafen)
- Herren: Luca Matteo Sobbe (TC Steinhorst)
- U14 weiblich: Dahlia Jurick (TSC Mainz)
- U14 männlich: Sebastian Scherer (Osburger TC)
- U12 weiblich: Diana Trynchuk (Höchster TC)
- U12 männlich: Adrian Wanner (BW Homburg)
„Red & White“: 200 Gäste und ein Ende um ein Uhr morgens
Wer die mattes.MAINZ OPEN allein über die Ergebnislisten betrachtet, übersieht die Hälfte. Zum Turnier gehört seit Jahren ein Rahmenprogramm, dessen Herzstück die Grillparty „Red & White“ ist. Rund 200 Gäste kamen am Samstagabend zusammen: Spielerinnen und Spieler, Sponsoren, Mitglieder sowie Gäste aus Politik und Verbänden – darunter der Schirmherr des Turniers. Tombola und Auktion mit werthaltigen Preisen, beide von Hans Beth moderiert, genießen inzwischen ebenso Tradition wie das Turnier selbst. Wie gut die Stimmung war, lässt sich am einfachsten an der Uhrzeit ablesen: Die letzten Gäste verabschiedeten sich um ein Uhr morgens.
Tennis mit gesellschaftlichem Anspruch
Der TSC Mainz nutzt sein Turnier seit jeher auch, um Themen sichtbar zu machen, die über den Platz hinausreichen. Wie in den Vorjahren wurde auf der Anlage für den Organspendeausweis geworben.
Rund 2.000 Euro kamen an diesem Wochenende für den guten Zweck zusammen. Das Geld kommt gleich zwei Empfängern zugute: der Charity-Initiative „Coins to beat Cancer“, die ihren Ursprung beim TSC Mainz hat, inzwischen bundesweit Nachahmer findet und krebskranken Kindern und Jugendlichen hilft – sowie der Sportstiftung Mainz & Rheinhessen. Die Stiftung, an deren Gründung Turnierdirektor Hans Beth maßgeblich beteiligt war, fördert Nachwuchs-, Senioren- und Inklusionsprojekte und unterstützt Leistungssportlerinnen und -sportler der Region bei den Mehrkosten, die der Sport mit sich bringt.
Weißwurstfrühstück mit dem Bürgermeister
Der Sonntagvormittag gehörte traditionell den Sponsoren, die zum Weißwurstfrühstück zahlreich erschienen. Auf dem Programm stand diesmal ein Gespräch mit Daniel Köbler, Bürgermeister der Landeshauptstadt Mainz und Dezernent für Finanzen, Beteiligungen und Sport. Turnierdirektor Hans Beth fragte eloquent nach – persönlich ebenso wie zur neuen Aufgabe im Dezernat – und bekam ebenso eloquente Antworten. Ein Format, das beim Publikum sichtlich ankam und im kommenden Jahr eine Fortsetzung verdient hat.
Und 2027?
Die zwölfte Auflage der mattes.MAINZ OPEN ist bereits in Vorbereitung – voraussichtlich erneut am dritten Augustwochenende. Das letzte Wort gehört dem Turnierdirektor: „Ein Turnier dieser Größenordnung stemmt kein Vorstand allein. Der Dank gehört den Helferinnen und Helfern, die drei Tage lang zwischen Platz, Küche und Turnierbüro unterwegs waren – und dem Kooperationsnetzwerk, das uns seit Jahren die Freiheit geben, so zu planen, wie wir es für richtig halten.“
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