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Premiere perfekt: Alicia Mall holt sich erstmals den Rheinland-Pfalz-Titel

Alicia Mall hat erstmals die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Damen gewonnen. Die an Position fünf gesetzte Spielerin des TC WR 1897 Speyer setzte sich im Finale beim TSC Mainz gegen Christina Bednarczyk (DJK Mainzer Sand) mit 6:1, 6:4 durch und belohnte sich nach einer beeindruckenden Turnierwoche mit einem der bislang größten Erfolge ihrer Karriere.

Alicia Mall holt sich souverän ihren ersten RLP-Titel. ©Regina Schmidbauer

Dabei trafen im Endspiel zwei Spielerinnen aufeinander, die zuvor noch nie das Finale bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften erreicht hatten. Beide überzeugten mit druckvollen Grundschlägen und viel Tempo von der Grundlinie, doch zunächst fand nur eine Spielerin zu ihrem Spiel.

Mall erwischte einen nahezu perfekten Start. Während Bednarczyk im ersten Satz ungewohnt viele Fehler produzierte und zeitweise ratlos sowie frustriert wirkte, spielte die Speyererin konsequent ihr Tennis durch. Mit hoher Sicherheit, viel Druck und kluger Platzierung nutzte sie die Unsicherheiten ihrer Gegnerin gnadenlos aus und sicherte sich den ersten Durchgang deutlich mit 6:1.

Im zweiten Satz änderte sich das Bild jedoch spürbar. Bednarczyk reduzierte ihre Fehlerquote, fand zunehmend ihren Rhythmus und erhöhte ihr Niveau deutlich. Nachdem Mall bereits mit 4:1 geführt hatte, arbeitete sich ihre Gegnerin Schritt für Schritt zurück in die Partie. Das Momentum schien zu kippen, und Bednarczyk erspielte sich sogar die Chance, zum 5:5 auszugleichen.

Doch in dieser entscheidenden Phase bewahrte Mall die Ruhe. Die 248 der deutschen Rangliste ließ sich nicht aus der Fassung bringen, spielte mutig weiter und nutzte ihre erste Gelegenheit, das Match zu beenden. Nach 6:1 und 6:4 durfte sie erstmals den Rheinland-Pfalz-Titel bejubeln.

„Ich war einfach nur glücklich, überhaupt im Finale zu stehen“, sagte Mall nach dem Endspiel. „Mir war in erster Linie egal, wie es ausgeht. Ich habe die Atmosphäre genossen und hatte Spaß beim Spielen – und siehe da, es hat geklappt. Es war ein nervenauftreibendes Wochenende, aber es hat sich gelohnt.“

Vor allem im zweiten Satz musste die neue Meisterin noch einmal kämpfen. „Ich wurde da etwas nervöser. Dann habe ich mich wieder beruhigt und mir gedacht: Es ist eigentlich egal, spiel einfach dein bestes Tennis. Christina hat sich im zweiten Satz sehr gesteigert. Ich habe mir gesagt: Bleib bei dir und lass dich nicht beeinflussen.“

Für Mall war der Titelgewinn alles andere als selbstverständlich. Umso größer fiel die Freude nach dem Triumph aus: „Rheinland-Pfalz habe ich noch nie gewonnen. Ich bin hier auch noch nie so weit gekommen und früher eher immer in der ersten Runde ausgeschieden. Deswegen bin ich gerade unglaublich glücklich“, sagte die neue Titelträgerin. „Sogar mein Coach vom College ist extra hergeflogen, um mich zu unterstützen“, erzählte Mall strahlend nach der Siegerehrung.

 

Der Grundstein für den Erfolg wurde bereits im Halbfinale gelegt. Dort lieferte sich Mall ein hochklassiges Duell mit der topgesetzten Titelfavoritin Nike Lenz (TC RW Kaiserslautern) und setzte sich nach großem Kampf mit 4:6, 6:1, 11:9 durch. Auch Bednarczyk musste auf dem Weg ins Endspiel über die volle Distanz. Gegen die an Position zwei gesetzte Aiva Schmitz (TC Landstuhl) gewann sie nach einem hart umkämpften Match mit 6:3, 6:7, 10:3.

Mit ihrem ersten Rheinland-Pfalz-Titel setzt die Speyererin ein starkes Ausrufezeichen und krönt eine Turnierwoche, in der sie nicht nur die Topfavoritin ausschaltete, sondern auch im Finale die Nerven behielt, als das Match noch einmal zu kippen drohte.

Übrigens: Fast hätte Christina Bednarczyk ihr Finale ohne Schläger beginnen müssen: Nach dem langen Herren-Endspiel saß sie auf derselben Spielerbank wie Sieger Alexander Haage, der beim Zusammenpacken versehentlich auch ihren Schläger eingepackt hatte – schließlich spielen beide dasselbe Modell. Zum Glück fiel das der Finalistin noch rechtzeitig auf.

Ein Lob verdiente sich zudem Stuhlschiedsrichterin Anna Herding. Die junge Offizielle leitete während der Meisterschaften erstmals die Finale vom Schiedsrichterstuhl und überzeugte dabei mit einer souveränen Leistung. Auch im emotionalen und hochintensiven Herrenfinale behielt sie jederzeit die Kontrolle und setzte sich mit ruhiger Autorität durch. Bei der Siegerehrung wurde ihr Einsatz zusätzlich gewürdigt.

Die genauen Ergebnisse und Tableaus findet ihr hier:

 

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