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Youngster Haage krönt starke Turnierwoche mit Rheinland-Pfalz-Titel
Der BASF TC Ludwigshafen stellt den neuen Rheinland-Pfalz-Meister: Der erst 18-jährige Alexander Haage setzte sich am Sonntag in einem hochklassigen und dramatischen Finale gegen den Routinier Steffen Hillenmeier (TSV Schott Mainz) mit 6:3, 6:7, 10:7 durch und sicherte sich damit erstmals den Titel bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften.
Als Nummer eins der Setzliste und aktuell auf Position 215 der deutschen Rangliste geführt, ging Haage auf dem Papier als Favorit in das Endspiel. Doch gegen den 33-jährigen Hillenmeier, der die Meisterschaften bereits viermal gewinnen konnte – zuletzt 2025 – entwickelte sich auf der Anlage des TSC Mainz ein echter Tennis-Krimi.
Dabei sah zunächst alles nach einer klaren Angelegenheit für den Youngster aus. Haage dominierte den ersten Satz mit seinem druckvollen, winkelreichen Grundlinienspiel und Hillenmeier schien keine guten Antworten auf das Spiel seines Gegners zu finden. Bis zum 5:3 für Haage konnten sich beide Spieler auf ihre Aufschlagspiele verlassen, doch dann ergriff der Ludwigshafener seine Chance und breakte Hillenmeier zum Satzgewinn 6:3. Auch im zweiten Durchgang bestimmte der Youngster vorerst das Geschehen. Nach einem Rebreak zum 6:5 erkämpfte sich Haage gleich mehrere Matchbälle. Doch Hillenmeier, der sich als echter Kämpfer präsentierte, behielt Nerven aus Stahl und steigerte sein Niveau. Nicht nur die Matchbälle wehrte er spektakulär ab, unter anderem mit einem Rückhand-Longline Geschoss die Linie runter, sondern nahm den Youngster auch seinen Aufschlag ab und sicherte sich den folgenden Tiebreak mit 7:5.
Zusätzliche Dramatik brachte ein der Materialverschleiß auf Seiten Hillenmeiers: Dem viermaligen Champion rissen im Verlauf des Matches gleich zwei Schläger, sodass er die Partie mit seinem letzten verbliebenen Racket zu Ende spielen musste.
Im anschließenden Match-Tiebreak schien das Momentum endgültig auf die Seite des Lokalmatadors gekippt zu sein. Hillenmeier führte bereits mit 5:2, während Haage um jeden Ball kämpfte, sich über den Platz katapultierte und sogar einmal zu Boden ging. Doch der 18-Jährige bewies Nervenstärke, drehte die Partie erneut und verwandelte schließlich seinen Matchball zum umjubelten 10:7-Erfolg.
„Am Anfang habe ich mich super wohl gefühlt und das Match direkt dominiert“, sagte Haage nach seinem Triumph. „Im zweiten Satz ist dann das Momentum gewechselt. Steffen hat zugelegt und wirklich starkes Tennis gespielt. Ich hatte trotzdem meine Chancen und bin einfach froh, dass es am Ende geklappt hat und ich das Tennis, das ich das ganze Wochenende gezeigt habe, im Match-Tiebreak noch einmal durchsetzen konnte.“
Der neue Rheinland-Pfalz-Meister betonte auch die Qualität seines Gegners: „Am Ende ist es, glaube ich, ein relativ verdienter Sieg. Aber Steffen hat auch super gespielt. Er ist ein starker Spieler, hat das Turnier schon mehrfach gewonnen. Als 18-Jähriger hier im Finale zu stehen, ist schon etwas Besonderes – und es dann auch noch zu gewinnen, fühlt sich natürlich super an.“
Für Haage war der Titelgewinn der Höhepunkt einer anspruchsvollen Turnierwochenendes. Während Hillenmeier auf dem Weg ins Finale keinen einzigen Satz abgab, musste Haage bereits in der ersten Runde gegen Marcel Schomburg über die volle Distanz gehen. Anschließend steigerte er sich jedoch von Runde zu Runde und präsentierte sich im Endspiel in bestechender Form. Im Halbfinale behielt Haage mit 6:4 7:5 in zwei Sätzen die Oberhand über den amtierenden RLP-Hallenmeister Yannic Köhne (TC BW Bad Ems). Hillenmeier schaltete parallel den Vorjahresfinalisten und Teamkameraden Elias Peter mit 6:4 6:0 aus.
„Ich hatte davor einige toughe Matches und eine harte Auslosung“, erklärte Haage. „Steffen hatte ich vorher noch nie in einem Match gesehen. Mir war klar: Wenn ich das gewinnen will, muss ich mein bestes Tennis spielen. Ich bin froh, dass es so geklappt hat.“
Nach der Siegerehrung sorgte schließlich auch Haages Großvater für einen humorvollen Moment: Mit einem Augenzwinkern bot er seinem erschöpften Enkel seinen Rollator an – passend zu einem Finale, in dem der neue Champion bis zur letzten Kraftreserve gegangen war.
Mit dem Titelgewinn setzt Alexander Haage ein weiteres Ausrufezeichen in seiner noch jungen Karriere. Der Rheinland-Pfalz-Meister plant künftig den Schritt ins College-Tennis und hat mit seinem Triumph in Mainz eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt.
Die genauen Ergebnisse und Tableaus findet ihr hier:
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