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Turniere  

BW Ladies Open in Altenkirchen: Tauson gewinnt das längste Endspiel der Altenkirchener Geschichte

Clara Tauson und das Doppel Greet Minnen/Yanina Wickmayer stehen bei den Burg-Wächter Ladies Open in der zehnten Zeile der Siegerliste. Die 20-jährige Dänin und die belgische Paarung haben zum Abschluss der Jubiläumsveranstaltung in Altenkirchen die beiden Endspiele für sich entschieden.

Strahlendes Gesicht bei der Siegerehrung: Clara Tauson im Einzel ist die Gewinnerin der Burg-Wächter Ladies Open 2023. ©René Weiss

Als Greet Minnen bei der Einzel-Siegerehrung des Frauentennis-Weltranglistenturniers neben Siegerin Tauson stand, konnte sie ihre Tränen nicht mehr verbergen. Die 25-Jährige hätte gerne ihren Vorjahrestitel verteidigt, verlor im dritten und entscheidenden Satz aber auch aufgrund von Oberschenkelproblemen früh vorentscheidend den Anschluss. Die zweite Luft brachte sie zwar noch zum 2:5 plus Breakball zum möglichen 3:5 heran, aber Tauson stoppte die Aufholjagd. „Es ist ein tolles Gefühl, wieder hier bei der Siegerehrung mit dem Pokal zu stehen, und es war natürlich auch ein tolles Match“, blickte Tauson zurück. Im Jahr 2021 hatte sie bereits in Altenkirchen triumphiert, jetzt ist die Dänin die erste Zweifachsiegerin im Westerwald.

Die bestens unterhaltenen Zuschauer auf der voll besetzten Tribüne erfreuten sich bester und spannender Tennisunterhaltung. Zum dritten Mal in zehn Jahren ging das Altenkirchen-Finale in den dritten Satz. Mit einer Dauer von 2:46 Stunden war es zudem das längste – 38 Minuten länger als das 2019er-Endspiel zwischen Shuyue Ma und Maryna Zanevska. „Greet und ich kennen uns sehr gut und wissen daher, wie wir spielen“, erklärte Tauson, warum das Match zwei Sätze lang so ausgeglichen verlief. Im ersten Satz machte der Tiebreak den Unterschied zu Gunsten der späteren Siegerin, während sich die Titelverteidigerin Durchgang Nummer zwei dank eines Breaks zum 6:4 sicherte. Minnen rief den Physiotherapeuten und setzte die Partie nach der Behandlungspause mit einem Tapeverband am rechten Oberschenkel fort.

Möglicherweise auch deshalb konnte die Belgierin im Entscheidungssatz zunächst nicht mithalten. Tauson setzte sich mit zwei Breaks zum 4:0 ab und verwandelte ihren dritten Matchball zum Turniersieg. „Es war ein faszinierendes Finale“, schwärmte Christopher Lüling vom Turnier-Titelsponsor „Burg-Wächter“.
Greet Minnen trocknete sich ihre Tränen selbst, indem sie zwei Stunden nach dem Einzel- das Doppel-Endspiel für sich entschied. „Es war ein harter Tag. Ich bin froh, dass er so für mich endete. Ich liebe es, hier in Altenkirchen zu spielen. Die komplette Organisation ist toll“, sagte Minnen zum Abschluss. „Wir hatten viel Spaß zusammen“, schilderte ihre erfahrene Doppelpartnerin Yanina Wickmayer. „Es ist toll, dass Greet nach dem Einzel noch einmal so zurückgekommen ist und alles gegeben hat.“ Minnen und Wickmayer waren in Altenkirchen an Position eins gesetzt und erfüllten ihre Favoritenrolle. Das Endspiel entschieden sie mit 6:1 und 6:3 gegen die britische Kombination Freya Christie/Ali Collins für sich. Beide hatten es nach der Siegerehrung eilig, ging die Reise doch schon am Sonntagabend weiter in Richtung Mexiko, wo sie ihr nächstes Turnier bestreiten.

Auf der Glockenspitze begann der lange Finaltag bereits am frühen Vormittag mit dem Gottesdienst „First service“ von Gastgeber SRS und dem anschließenden Empfang des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Ehrengäste aus Sport und Politik gratulierten Turnierdirektor Razvan Mihai zum Jubiläum des Turniers und seinem 56. Geburtstag. Ulrich Klaus, Präsident des Tennisverbandes Rheinland, bezeichnete Altenkirchen an diesem Tag als „Nabel der Tenniswelt“. „Die Burg-Wächter Ladies Open verdienen Hochachtung. Solche Turniere leisten großartige Arbeit für Tennis-Deutschland“, betonte Dietloff von Arnim, der Präsident des Deutschen Tennis Bundes. Auch von internationaler, höchster Tennis-Ebene bekam das Altenkirchener Turnier Bestnoten ausgestellt. „Dieses 60.000-Dollar-Turnier ist fundamental für die ITF. Hier befinden sich Spielerinnen auf Weltklasse-Level im Einsatz, die sich auf dem Weg zu den großen WTA-Turnieren befinden. Das Zusammenkommen von Razvan Mihai und SRS trägt wesentlich zum Erfolg des Turniers bei“, so der aus London angereiste Andrew Moss, der beim Weltverband für die ITF-Tour zuständig ist. Wie Moss die Burg-Wächter Ladies Open 2023 bewerte? „Ich freue mich auf 2024.“ Das sagt alles aus.

Doppel Yanina Wickmayer/Greet Minnen ©René Weiss
Nach einem knappen ersten Satz hatte Greet Minnen hinten heraus keine Mühe mehr mit der türkischen Qualifikantin Zeynep Sönmez. ©René Weiss
Noma Noha Akugue dominierte ihr Einzel gegen Eva Lys ©René Weiss
Sind gespannt auf das, was kommt, von links: Christopher Lüling vom Turnier-Titelsponsor BURG-WÄCHTER, die an Position zwei gesetzte Eva Lys und Turnierdirektor Razvan Mihai. ©René Weiss

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