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DTB   Jugend   Tennisverband Rheinland-Pfalz  

Dreimal Podium für TVRP Talente bei den Deutschen Jugendmeisterschaften

Ludwigshafen. Dreimal standen Spielerinnen und Spieler des Tennisverbands Rheinland-Pfalz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Finale – und einmal ganz oben: Bon Lou Karstens vom BASF TC Ludwigshafen setzte sich an der Seite des Gladbachers Max Stenzer auf der heimischen Anlage im Doppel der U16 durch. Im Finale schlugen sie das württembergische Duo Lasse Pörtner/Leon Schmidt mit 6:3, 4:6, 10:2.

TVRP Talent und Deutscher Vizemeister U16 Flynn-Tjark Baumert (rechts) neben Sieger David Fix ©TVRP

Ebenfalls das U-16-Doppelfinale erreichte Karstens Vereinskollegin Charlotte Keitel mit Marie Charlotte Vogt (TC Bernhausen). Die leicht favorisierte Kombination unterlag jedoch den an zwei gesetzten Anna Linn Puls (Bonn)/Josy Daems (Nordhorn) mit 6:7, 3:6.

Zu den packendsten Matches der Titelkämpfe gehörten die beiden letzten von Flynn-Tjark Baumert (TC BW Bad Ems, U16). „Flynn hat insgesamt ein sensationelles Turnier gespielt, so wie er schon während des Sommers national und international sehr stabile Leistungen gebracht hatte“, sagt Landestrainer Sascha Müller. „Die Frage war, ob er dieses Niveau bei der DM bestätigen kann.“ Baumerts Antwort: ein eindeutiges Ja. „Er hat das sehr gut hinbekommen.“

In der Gruppenphase, die in allen Altersstufen der K.o.-Runde vorgeschaltet war – die jeweiligen Gruppensieger qualifizierten sich fürs Viertelfinale –, gewann er alle drei Begegnungen, traf im Hamburger Karl Nagel-Heyer allerdings auf einen Kontrahenten, der ihm das Leben extrem schwermachte. „Das war ein schwieriges Match auf hohem Level“, sagt Müller. Baumert entschied es mit 7:6, 7:5 für sich.

Wäre es nicht erst das Halbfinale gewesen, hätte der Bad Emser mit dem 4:6, 6:4, 6:4 gegen Georg Israelan sein Meisterstück gemacht. Auf den an eins gesetzten Lübecker war er vor zwei Jahren schon einmal getroffen und auch damals in drei Sätzen erfolgreich. „Ich glaube, das ging Georg noch im Kopf herum“, sagt Sascha Müller. „Man hat ihm angemerkt, dass er unbedingt die Revanche wollte, er hat sich einerseits sehr gepuscht und andererseits über seine Fehler aufgeregt.“

Baumert hingegen habe weitaus weniger emotional agiert – was letztlich den Ausschlag in einem offenen Schlagabtausch gegeben habe, bei dem beide Akteure mutig spielten und Verantwortung dafür übernommen hätten, das Spiel zu gewinnen. 0:3 lag der Rheinland-Pfälzer im dritten Satz zurück, erwischte dann aber seine stärkste Phase, glich aus und setzte sich vorentscheidend auf 5:3 ab. „Die innere Ruhe ist ein Stück weit wichtig, um gute Entscheidungen zu treffen. Das hat Flynn besser hinbekommen als Georg.“

Im Endspiel gegen David Fix (Pforzheim) entwickelte sich ein ähnlich hochklassiges und spannendes Match. Baumert verschlug im ersten Satz beim Stand von 4:4 und 30:0 einen leichten Return und konnte danach drei Breakbälle nicht nutzen, „aber nicht, weil er in diesen Ballwechseln zu schlecht, sondern weil David zu gut war“.

Mit dem 6:4 gewonnenen ersten Satz habe sich bei Fix spürbar ein Knoten gelöst, berichtete Müller. „Er wollte sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen.“ Die ersten fünf Spiele des zweiten  Durchgangs blieben zwar ebenfalls lange umkämpft, allerdings fast immer dem besseren Ende zugunsten des Badeners. „Mit dem 4:1 war die Vorentscheidung gefallen“, sagt Müller, „danach hatte David deutlich mehr Selbstvertrauen.“

Fix‘ Sieg sei etwas zu deutlich ausgefallen, sagte der Landestrainer, „aber Flynn hat anschließend sofort gesagt, dass David besser gespielt und verdient gewonnen hat“. Mit der Niederlage am Ende eines tollen Turniers habe der Bad Emser kein Problem gehabt. „Er hat sofort registriert, dass er selbst auf ,high level‘ war, und hat den Mut und die Stärke seines Gegners respektiert.“

An Fix war im Halbfinale Bon Lou Karstens gescheitert. Nach drei Gruppenphasensiegen und einem 4:6, 6:2, 6:2 gegen Moritz Kudernatsch (Großhessenlohe) im Viertelfinale zog der Ludwigshafener gegen den späteren Meister mit 3:6, 5:7 den Kürzeren. „Dennoch hat er ein gutes Turnier gespielt“, lobte Landestrainer Robert Pfeffer. Karstens gehört zu jenen Talenten, die in der örtlichen Nachwuchsakademie für die Bundesliga aufgebaut werden. „Bis dorthin ist es für einen Jugendlichen ein weiter Weg, aber in der Zweiten Mannschaft hat er schon gespielt, und seine Vereinstrainer hoffen, ihn in zwei, drei Jahren nach oben bringen zu können.“

Mit Max Stenzer habe der Lokalmatador ein sehr harmonisches Doppel gebildet. Und ein nervenstarkes: In Achtel und Viertelfinale mussten sie in den Matchtiebreak, den sie mal mit 10:7, mal mit 10:6 gewannen. Das Halbfinale gegen Robin Trono (Aschheim) /Sergej Topic (Hanau) wurde mit 7:6, 6:2 zu einer verhältnismäßig entspannten Angelegenheit. Zum Abschluss aber ging’s noch mal über die volle Distanz – mit dem Meistertitel als Lohn.

Dieser Triumph blieb Charlotte Keitel und Marie Charlotte Vogt verwehrt. Als Nummer eins der Setzliste per Freilos ins Viertelfinale eingezogen, schlugen sie das bayerische Doppel Isabella Lettieri / Lea Aschenberger mit 6:2, 0:6, 10:4 und marschierten anschließend kampflos ins Finale. Ihre Halbfinalgegnerinnen Angeline Baberz / Clara-Sophie von Peschke traten nicht an – so wie deren Kontrahentinnen in den beiden Runden zuvor dem Platz ferngeblieben waren.

Im Einzel trafen die beiden Doppel-Vizemeisterinnen übrigens im Viertelfinale aufeinander. Keitel musste sich mit 2:6, 2:6 geschlagen geben.

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