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Friedsam unterliegt in New York zum Auftakt

Diese US Open kamen zu früh: Anna-Lena Friedsam musste sich in ihrem ersten Hauptrundenmatch beim vierten Grand Slam-Turnier des Jahres gleich zu Beginn geschlagen geben. Die 21-jährige Profispielerin des Tennisverbandes Rheinland-Pfalz unterlag in der ersten Runde der Estin Kaia Kanepi nach nur 66 Minuten 1:6, 1:6.

Nach ihrer Verletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent: Anna-Lena Friedsam. Foto: Dieter Jörger/Archiv

Für Friedsam war der Start in New York die Rückkehr ins Wettkampfgeschehen nach ihrem vor rund fünf Wochen beim WTA-Turnier im österreichischen Bad Gastein erlittenen Bänderriss.

Anna-Lena Friedsam und ihr Trainer Sascha Müller (Andernacher TC) ahnten von vornherein, dass dieses Comeback vielleicht einen Tick zu rasch kommen könnte. Die TVRP-Ausnahmespielerin hatte zuvor intensiv für eine möglichst schnelle Rückkehr geschuftet. Die Premiere im Hauptrundenfeld der US Open war nun den Versuch wert, die guten Trainingsfortschritte schon wieder auf den Platz bringen zu wollen. „Wir hatten grünes Licht der Ärzte bekommen“, so Müller. Der Heilungsverlauf sei gut, der Fuß nahezu beschwerdefrei. „Aber Match und Training sind etwas anderes. So haben wir ein Update bekommen.“

Friedsams rechtes Sprunggelenk war im Match gegen Kanepi bandagiert, noch schwerer aber dürfte die mentale Belastung beim ersten Auftritt nach ihrer Verletzung gewogen haben. „Im Training wurde es von Tag zu Tag besser. Anna-Lena hat immer mehr Vertrauen ins Laufen und Stoppen bekommen“, sagte Müller. „Aber ein Match ist etwas anderes. Ihr Fuß ist noch nicht wieder in der nötigen Wettkampfverfassung.“

Der jungen Rheinland-Pfälzerin drohte auf Court neun gegen die 30-jährige Kanepi schnell ein 0:3-Rückstand, nach Abwehr dreier Breakbälle verkürzte Friedsam zunächst, trotzdem ging der Satz in gut einer halben Stunde 1:6 weg. Ähnlich lief der zweite Durchgang. Die ehemalige Top-15-Spielerin aus Estland, aktuell an Position 89 in der WTA-Weltrangliste geführt, profitierte davon, dass Friedsam nach ihrer Zwangspause erst noch wieder zurückfinden muss. Müller: „Man darf nicht enttäuscht sein. Es geht darum, dass der Fuß wieder 100 Prozent wettkampffähig wird. Jetzt haben wir die Erkenntnis: Anna-Lena ist noch nicht so weit.“

Deshalb wird Friedsam auch auf einen Einsatz in Dalian – das 125.000er WTA-Turnier in China sollte den Auftakt zur Asienreise bilden - verzichten und stattdessen in der Heimat weiter mit Physiotherapeuten und Ärzten das Sprunggelenk stabilisieren. Die Behandlung geht vor bei der Rekonvaleszenz. „Das ist eine schwierige Situation für alle, aber wir müssen die Ruhe bewahren“, so Müller. „Denn es soll keine negative Kettenreaktion ausgelöst werden.“ Es dauert eben seine Zeit, so eine Bänderverletzung komplett auszukurieren. Beim mit 225.000 Dollar dotierten WTA-Turnier in Tokio Mitte September hofft Anna-Lena Friedsam, schon einen großen Schritt weiter zu sein.