Jüngstentennis in Rheinland-Pfalz: Ruben Neyens glänzt
Der 33-jährige Tennistrainer aus Belgien, anerkannter Fachmann in der Ausbildung der Jüngsten, begeistert in Ludwigshafen mit einem Wokshop für Trainer und Kids.
Wahrnehmen, entscheiden, ausführen: Der Ansatz ist einfach und klar, das Konzept überzeugt. Ruben Neyens hat die Teilnehmer seines Wochenend-Workshops beim BASF TC Ludwigshafen in seinen Bann gezogen. 50 Trainer nahmen das Angebot eines Fortbildungstages mit dem Experten wahr. Am zweiten Tag bat Neyens die Kinder aus dem aktuellen Landesteam (U8, U9, U10) zum Training.
Die Veranstaltung des TV Rheinland-Pfalz wird als ein Bonbon in die Historie eingehen. Initiiert hatte das Wochenende TVRP-Jüngstenreferent Jens Rothenmeier, der Neyens als Referenten beim Internationalen Tenniskongress des DTB in Berlin gesehen und spontan hinsichtlich einer Aktion in Rheinland-Pfalz angesprochen hatte. „Seine große Stärke ist es, die Dinge auf den Punkt zu bringen“, sagt Rothenmeier. Klar formuliert, leicht verständlich, gut umsetzbar. Neyens bringe für die Trainer nicht nur gute Übungen mit, sondern vor allem sein Konzept überzeuge.
Eine zentrale Rolle in der Herangehensweise – sowohl als Trainer als auch als Spieler – spielt das Beobachten und Wahrnehmen. Neyens geht es um die Details. Nur wer Nuancen registriert, kann angemessen reagieren – sowohl als Trainer als auch als Spieler. Rothenmeier erklärt den Ansatz: „Man muss auf dem Platz ständig neue Situationen richtig einschätzen und smarte Entscheidungen treffen.“
Der Belgier stellt drei wesentliche Bausteine heraus: die Technik, die Bewegungsqualität und die Übertragbarkeit der Übungen auf jede Alters- und Leistungsklasse. Technische Details habe Neyens sehr anschaulich mit Bildern und Farben erklärt, „sehr kindgerecht und gut nachvollziehbar“, so Rothenmeier. Der 33-Jährige legt großen Wert darauf, dass schon die einfachsten Dinge mit höchster Konzentration ausgeführt werden. Nur mit smarter Bewegungsqualität lassen sich komplexe Situationen meistern. Hinzu kommt der Ansatz, dass er seine Trainingsübungen sozusagen auf jeder Stufe einsetzen kann. „Die Botschaft war: Man braucht als Trainer nicht 100 Übungen, sondern lieber eine Übung mit 100 Variationen.“
Das große Plus von Ruben Neyens sei sein Praxisbezug. Der belgische Coach gab allen Teilnehmern jederzeit praktische Tipps an die Hand. „Unsere Trainer waren begeistert, sie hingen an seinen Lippen“, berichtete Rothenmeier davon, wie sich die Trainer jeden Alters und mit unterschiedlichen Erfahrungswerten wertvolle Erkenntnisse aus der Veranstaltung gezogen haben. Das habe auch daran gelegen, dass der Expertengast „die Eye-Opener sehr überzeugend rübergebracht habe“. Neyens legt den Fokus aufs Detail. Rothenmeier: „Häufig werden die kleinen Dinge falsch gemacht. Aber gerade die kleinen Dinge machen häufig den Unterschied.“
Im Detail:
Ruben Neyens ist Leiter der Trainerausbildung und verantwortlich für die U12 Leistungsklasse des Tennisverbands Vlaanderen. Er ist Co-Autor der „Kids Tennis“-Broschüre und entwickelte unter anderem das Physical Coach Manual sowie mehrere andere Trainer-Ausbildungsprogramme.
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