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LSB   Tennisverband Rheinland-Pfalz  

Landessportbund mit gewaltig verjüngtem Präsidium

Gleich drei neue Gesichter im Präsidium des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB): Bei der Mitgliederversammlung im Binger NH-Hotel wurden am Samstag die Mainzer Prof. Dr. Mark Pfeiffer als Vizepräsident Leistungssport und Florian Düx als Vizepräsident Sportentwicklung gewählt. Der Edesheimer Sebastian Dörr bringt sich ab sofort als Vizepräsident Bildung ein. In ihren Ämtern bestätigt wurden LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick (Ingelheim) sowie Karin Beckhaus (Mainz) als Vizepräsidentin Finanzen, Claudia Altwasser (Ransbach-Baumbach) als Vizepräsidentin Gesellschaftspolitik und Walter Desch (Alterkülz) als Vizepräsident Kommunikation.

Sportlich, sportlich: Das neue LSB-Präsidium mit Präsident Wolfgang Bärnwick (vorne, 2.v.l., mit Tennisschläger) und den drei neuen Gesichtern Florian Düx (l., mit Hockeyschläger), Prof. Dr. Mark Pfeiffer (2.v.l. mit Skateboard) und Sebastian Dörr (2.vl. mit Vollbart und Volleyball). ©LSB RLP

Dass es einen Wechsel auf dem Posten des Vizepräsidenten Leistungssport geben würde, war schon seit längerer Zeit klar. Denn die Bahnrad-Olympiasiegerin und junge Mutter Miriam Welte (Kaiserslautern) hatte erklärt, dass sie nach knapp zwei Jahren ihr Amt niederlegen möchte, um sich voll und ganz auf ihre Aufgaben beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu konzentrieren, wo sie erneut als Vizepräsidentin kandiert. Ihr Nachfolger Mark Pfeiffer ist – wie DOSB-Präsident Thomas Weikert – aktiver Tischtennisspieler. Beruflich leitet der 54-Jährige die Abteilung Theorie und Praxis der Sportarten am Institut für Sportwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz – und beschäftigt sich hier seit Jahren intensiv mit dem Thema Nachwuchsleistungssport. Mit dem LSB arbeitet der gebürtige Kasselaner und verheirate Vater zweier Kinder seit fast zehn Jahren zusammen. Seine Wahl fiel einstimmig aus. Welte war am 11. Dezember 2020 auf Vorschlag von Bärnwick ins LSB-Präsidium gewählt worden – als Nachfolgerin von Jochen Borchert. So ganz wird sich die frühere Weltklasse-Athletin allerdings doch nicht vom organisierten Sport in RLP verabschieden, steht sie dem Präsidialausschuss Leistungssport doch weiterhin mit ihrer Expertise zur Verfügung.

Florian Düx setzte sich in geheimer Wahl mit 147:33-Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Dr. Ulrich Becker (Hochspeyer) durch. Mit seinen 31 Jahren ist der gebürtige Dauner noch nicht einmal halb so alt wie sein Vorgänger. „Ich arbeite seit April in einem sehr leistungsfähigen und angenehmen Leitungsteam bei der Sportjugend RLP“, erklärte der Gymnasiallehrer mit den Fächern Sport und Chemie, der verheiratet und Vater eines fast zwei Jahre alten Sohnes ist. „Ich bin beflügelt von diesem Zusammenhalt und sehe, was wir erreichen können, wenn alle vier Sportbünde Hand in Hand gehen.“ Eines seiner wichtigsten Anliegen werde es sein, „die Fachverbände und die Basis mit einzubeziehen“.

Mit 275:0-Stimmen votierten die 174 Delegierten für Sebastian Dürr als neuen Vizepräsidenten Bildung. Dr. Ulrich Becker hatte diesen Posten zuletzt kommissarisch übernommen. Der 31-Jährige ist in Speyer geboren und bezeichnete sich als „absolutes Sportgewächs der Pfalz“. Der Vollbartträger kommt aus dem Turnen – und das sieht man ihm auch an. „Das Thema Bildung zieht sich bei mir durch alle Adern, die sich so durch meinen Körper schlängeln“, verriet Dörr, der beruflich als Grundschullehrer in Edenkoben mit dem Schwerpunkt Sport agiert und freiberuflich als Autor und Referent unterwegs ist. Mit der Aus- und Fortbildung der Grundschullehrer*innen hat der Vorsitzende des TV Edenkoben eine Menge zu tun. Und hier sieht er „eine ganze Menge Schnittstellen mit dem organisierten Sport“. Nun freut sich Dörr, „in diesem verjüngten Team mitzuarbeiten“. Mit der Ehrenplakette des LSB in Silber wurde Helmut Loenenbach, langjähriger Vorsitzender des Arbeitskreises Internationales, ausgezeichnet.

Sportminister Roger Lewentz lobte in seinem Grußwort die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport auch und gerade in den mannigfaltigen Krisen dieser Zeit. Das Land halte „den Sport sehr intensiv im Blick“. In der Sportministerkonferenz werde man „alles tun“, dass die Belange des Sports auch künftig „ganz oben auf der Agenda“ stehen. „Wir können nach der Pandemie nicht erneut eine gigantische Bedrohungslage für unsere Vereine sozusagen sehenden Auges entgegennehmen“, betonte Lewentz. Auch wenn der organisierte Sport aufgrund der Pandemie gut und gerne 50.000 bis 60.000 Mitglieder eingebüßt habe, so gehe man davon aus, „dass wir perspektivisch mehr Mitglieder haben werden als vor der Pandemie“. Der Minister wörtlich: „Ich möchte mich beim ganzen Präsidium bedanken, dass bei uns nie der Gesprächsfaden abgerissen ist. Wir werden auch weiterhin als Sportministerium ein verlässlicher Partner sein – das ist selbstverständlich.“ Mit Blick auf die Energiekrise betonte der Minister, es sei durchaus zu vertreten, „dass man auch mal in einer Sporthalle bei 17 Grad Sport treiben kann – das geht. Dann kommt der gute alte Trainingsanzug wieder mal zum Einsatz“.

DOSB-Präsident Thomas Weikert bekräftigte: „Die Energiekrise trifft uns alle. Da können wir dann eben nicht bei 20 Grad in der Halle trainieren. Sondern bei 17 Grad. Vielleicht auch bei 15 Grad. Das ist machbar. Das ist alles andere als gut – aber es wird nicht anders gehen.“ Oberste Priorität für den höchsten Vertreter des deutschen Sports, der noch immer Sportkreisvorsitzender in Limburg-Weilburg ist: „Die Schwimmhallen müssen offen bleiben.“ Das steht für ihn über allem. „Es gibt keine Alternativen, denn sonst ertrinken die Kinder. Die können nicht schwimmen. Die Corona-Zeit hat das bewiesen, dass es einfach Mist ist, wenn die Schwimmhallen geschlossen werden.“

LSB-Präsident Bärnwick lobte in seinem Bericht die „sehr offene, vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit mit der Landesregierung“. Der organisierte Sport habe seit dem Jahr 2021 mehr als sieben Millionen Euro mehr erhalten. Hinzu kämen weitere rund 14 Millionen staatliche Unterstützungsleistungen zur Abmilderung der Pandemiefolgen in den Sportvereinen. „Hierfür gilt es der Landesregierung aufrichtig zu danken.“ Die avisierte umfassend Satzungsänderung werde man der Mitgliederversammlung erst 2024 vorschlagen, da die tägliche Arbeit zuletzt durch Corona-Krise, Energiekrise und Co. „stark beeinflusst“ bzw. dominiert worden sei. Aktuell führe man auf Landesebene wie auch auf Bundesebene intensive Gespräche in Sachen Energiekrise. „Die kommunalen Spitzenverbände sind von uns sehr frühzeitig auf die Notwendigkeit offen zu haltender Sportstätten hingewiesen worden“, versicherte Bärnwick. „Die Sportvereine können diese Herkulesaufgabe nicht alleine lösen – dazu bedarf es der Hilfe von Bund und Land.“ Ganz genauso sieht dies Karin Beckhaus, die alte und neue Vizepräsidentin Finanzen: „Auch wenn die staatlichen Haushalte vor einer immensen Herausforderung stehen, dürfen wir auf keinen Fall am Sport sparen.“ Momentan gehe man davon aus, dass die Energiekrise die Vereine „noch deutlich massiver schädigen wird wie die Corona-Krise“.

Ob seiner Wiederwahl sagte der 74 Jahre alte Bärnwick, der seit 43 Jahren verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder sowie seit knapp vier Jahren stolzer Opa ist, er sei schon „ein bisschen sprachlos. Das Ergebnis ist überwältigend – Danke für dieses riesengroße Vertrauen“. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, Zielorientiertheit, Ergebnisorientiertheit, Berechenbarkeit und Authentizität seien auch in Zukunft seine Prämissen im persönlichen Umgang und im Wirken an der Spitze der größten Personenvereinigung des Landes. Das LSB-Präsidium sei nun „gewaltig verjüngt“. Bärnwicks Schlusswort an die Delegierten: „Danke für das Vertrauen, dass sie in das neue Präsidium setzen. Wir wollen sie nicht enttäuschen – wir wollen liefern.“

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