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Jugend   Turniere   Tennisverband Rheinland-Pfalz  

Jugend-Hallenmeisterschaften: Teil 1 mit Favoritensiegen und Überaschungen

Bad Kreuznach. Auch wenn in drei von vier Fällen die jeweils beiden Ersten der Setzlisten das Finale bestritten und die Favoriten sich behaupteten: Ganz ohne Überraschungen lief die erste Hälfte der Jugend-Hallenmeisterschaften des rheinland-pfälzischen Tennisverbands nicht ab. So gewann Zoé-Cheyenne Heins das Turnier der U-12-Mädchen – eine Spielerin, die zuvor kaum jemand auf dem Zettel gehabt haben dürfte.

Zur Sicherheit ging es zum Jubeln für die Platzierten an die Frische Luft. Der Freude tat dies kein Abbruch.

Das lag freilich auch daran, dass die für den TV Wincheringen aktive Elfjährige als Belgierin nicht auf der deutschen Rangliste geführt wird. Die Einschätzungen der Rolle, die sie in Bad Kreuznach einnehmen würde, änderte sich spätestens mit ihrem zweiten Match, in dem sie die an Position drei gesetzte Sarah Funk vom SV Föhren in zwei Sätzen ausschaltete. Nicht minder souverän nahm Zoé-Cheyenne Heins die Halbfinalhürde mit einem 6:3, 6:0 gegen Paula Mina Sand (HTC Bad Neuenahr), die Nummer zwei des Tableaus.

Zu einem Finalduell mit der favorisierten Katharina Sliwka kam es nicht; das Talent des TC Ludwigshain Weisenheim war zuvor in einem spannenden Match mit 4:6, 4:6 an Ana Stratulat, der Nummer vier, gescheitert. Die Jahrgangsjüngere vom TC Ludwigshafen-Oppau wiederum, gefühlt halb so groß wie die mit einem sehr guten Service und harten Schlägen ausgestattete Belgierin, blieb im Endspiel chancenlos; Zoé-Cheyenne Heins gewann 6:1, 6:1.

Unerwarteter Halbfinalist

„In diesem Alter merkt man die Wachstumsunterschiede sehr deutlich“, sagte Morten Pohl, der für den Jugendleistungssport zuständige Mann des TVRP. „Aber es war schön zu sehen, dass auch zwei 2011er-Mädchen gut mitgespielt haben.“ Neben der Vizemeisterin handelte es sich um Lia Keim vom TSV Schott Mainz, die ihre Erstrundenaufgabe erfolgreich absolvierte, bevor sie gegen Katharina Sliwka ausschied. Letztere gewann das Spiel um den dritten Platz gegen Paula Sand mit 6:4, 6:0.

Nicht unbedingt zu rechnen war auch damit, dass bei der männlichen U14 der ungesetzte Bennet Blum bis ins Halbfinale vordringen würde. Zum Auftakt bezwang der Jugendliche vom TC Hambachtal die Nummer vier, Jannik Schrägle (TC Boehringer Ingelheim) mit 6:1, 6:2, danach ließ er Chris-Kento Wagner (TC Oberwerth Koblenz) keine Chance. Danach jedoch war Leonard Sand (TC Höhr-Grenzhausen) eine Nummer zu groß; der an Zwei positionierte Westerwälder zog mit 6:1, 6:1 ins Endspiel ein.

Spannend wie in Melbourne

Noch souveräner als Sand spielte sich Wagners Vereinskollege Jonathan Dazert bis ins Finale. Beim 6:2, 6:1 gegen den als Nummer vier an den Start gegangenen Bad Emser Yannis Ross gab der Turnierfavorit in der Vorschlussrunde seine ersten Spiele ab. Mit Sand allerdings lieferte Dazert, unter den Top 20 der deutschen Altersklassenrangliste und Mitglied des rheinland-pfälzischen Leistungsteams, sich eine knappe, weitgehend ausgeglichene Auseinandersetzung auf hohem Niveau. In den entscheidenden zwei, drei Situationen war er einen Tick besser und holte sich mit 6:3, 6:4 den Titel. Dritter wurde Ross nach einem 6:1, 6:1 gegen Blum.

Prominente Konkurrenz hatten Emily Eigelsbach und Mia Keuler im Finale der weiblichen U-14, das quasi als Vereinsmeisterschaft des HTC Bad Neuenahr durchging: Derweil sie in Bad Kreuznach ein hart umkämpftes Duell boten und in den ersten beiden Sätzen in den Tiebreak mussten, standen sich mehr als 16.000 Kilometer entfernt Rafael Nadal und Daniil Medwedew im letzten Match der Australien Open gegenüber.

Finale als Vereinsmeisterschaft

„An Spannung waren beide Finals kaum zu überbieten“, sagte Pohl. Anders als in der Ferne behielt an der Nahe die höher eingestufte Akteurin die Oberhand. Keulers Vorteile beim Aufschlag glich die kleinere Eigelsbach durch viel Laufarbeit und taktisches Geschick aus und entschied die Partie mit 7:6, 6:7, 6:3 für sich. Melia Nagel (BASF TC Ludwigshafen) gewann das Spiel um den dritten Platz gegen Amina Arndt (VfL Bad Kreuznach) mit 6:1, 7:6.

Die ebenfalls spannende Frage, wie sich die zum jüngeren Jahrgang gehörende Amy Waschulewski gegen die Konkurrentinnen behaupten würde, blieb ohne Antwort: Die Nummer zwei der Setzliste, ebenfalls aus Bad Neuenahr, musste verletzungsbedingt kurzfristig absagen.

Aus dem größten Teilnehmerfeld ging erwartungsgemäß Clemens Müller als Sieger hervor. Der Turnierfavorit der männlichen U12 vom TC Hattert entschied alle seine Matches in zwei Sätzen für sich, gab maximal drei Spiele pro Satz ab, und das auch nur einmal: im Finale beim 6:1, 6:3 gegen Finn Klemen (TC BW Bad Breisig), der bis dahin genauso souverän durch die Runden marschiert war.

Lob für die Akteure

Eine der attraktivsten Partien dieser Konkurrenz boten der neue Landesmeister und der mit einer Wildcard ins Feld gerückte Magnus Larson (TV Kleeblatt im TuS Mayen) im Viertelfinale. Clemens Müller holte sich zwar beide Sätze mit 6:2, „aber der ein Jahr jüngere Magnus hat sich toll gewehrt“, lobte Morten Pohl.

Erst im Matchtiebreak entschieden wurde das Spiel um den dritten Platz: Johannes Scherer (Osburger TC) bezwang Louis Reeb (Park TC Grünstadt) mit 5:7, 6:0, 10:5.

Sehr zufrieden waren die Verantwortlichen mit dem fairen Umgang der Spielerinnen und Spieler untereinander sowie mit der Umsetzung des Hygienekonzepts. Dieses kommt am Samstag und Sonntag erneut zum Einsatz – dann ermitteln U16 und U18 an gleicher Stelle ihre Meisterinnen und Meister.

Die Siegerehrung der U14 Mädchen mit Jugendreferent Lucas Bolten und Landestrainer Sascha Müller

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